Fast jeder Haushalt in der Schweiz hat mehrere Kundenkarten im Portemonnaie. Die Frage ist nicht, ob sich das lohnt, sondern wie viel es wirklich bringt und wo die Falle liegt.
Der realistische Gegenwert
Als Faustregel entsprechen Punkteprogramme bei den grossen Detailhändlern rund einem Prozent des Einkaufswerts. Bei 800 CHF Lebensmitteleinkäufen pro Monat sind das etwa 8 CHF Gegenwert, also grob 100 CHF pro Jahr.
Das ist ordentlich für etwas, das keinen Aufwand macht. Es ist aber deutlich weniger, als ein bewusster Ladenwechsel oder ein Einkauf nach Aktionen bringt. Was der Ladenvergleich ausmacht, zeigt Die günstigsten Supermärkte der Schweiz.
Wo Punkte tatsächlich Wert schaffen
- Multiplikator-Bons. 5-fach oder 10-fach Punkte auf einen Einkauf sind der stärkste Hebel. Nutze sie für den geplanten Grosseinkauf oder für Vorräte, nicht für Zusatzkäufe.
- Produktbons. Sinnvoll, wenn du das Produkt sowieso kaufst.
- Prozentbons für eine Kategorie. Passt gut zum Vorratseinkauf.
- Digitale Bons aktivieren. Viele Bons wirken nur, wenn sie vorher in der App aktiviert wurden.
Die drei typischen Fallen
- Der Bon steuert den Einkauf. Ein Bon auf ein Produkt, das du sonst nie kaufst, kostet dich Geld, statt welches zu sparen.
- Mengenaktionen ohne Bedarf. Drei Packungen zum Vorteilspreis sind nur günstig, wenn du alle drei brauchst und sie nicht verderben.
- Ladentreue trotz Preisunterschied. Punkte im Wert von einem Prozent gleichen keinen Preisunterschied von 20 Prozent aus.
So kombinierst du Punkte mit Aktionen richtig
Die Reihenfolge macht den Unterschied:
- Zuerst schauen, was diese Woche in Aktion ist. Aktuelle Angebote von Coop, Aldi und Lidl findest du unter Aktuelle Aktionen.
- Den Wochenplan darum bauen, damit die Aktionsprodukte wirklich verkocht werden. Anleitung dazu unter Einkauf nach Aktionen planen.
- Erst am Ende prüfen, ob ein Multiplikator-Bon auf diesen Einkauf passt.
- Punkte für Vorratsprodukte einsetzen, die lange haltbar sind.
Datenschutz und Aufwand
Kundenkarten funktionieren, weil sie dein Kaufverhalten erfassen. Wer das nicht möchte, verliert rund ein Prozent Gegenwert. Das ist eine persönliche Abwägung, keine Rechenaufgabe.
Fazit
Punkte sind ein kleiner, verlässlicher Bonus, kein Sparprogramm. Nutze Multiplikatoren für geplante Grosseinkäufe, ignoriere Bons für Produkte, die du sonst nicht kaufst, und lege den grössten Teil deiner Energie auf Ladenwahl, Wochenaktionen und Planung. Einen Plan mit Einkaufsliste erstellst du in wenigen Minuten im Wochenplaner.